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Ein virtuelles Haus der Winzergenossenschaften

 

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Auf dem Rotwein-Wanderweg an der Ahr

G U T E N   T A G ,

mein Name ist Martin von Schade, aus Hamburg stammender, in Rostock und Bremen lebender Journalist. Dieser im Oktober 2016 gestartete Blog soll über die rund 170 (2001 waren es noch 256) Genossenschaften von Winzern, ihren Weinen,  ihren Weinorten und ihren Weinbergen berichten.

Denn Winzergenossenschaften sind, nach meiner Beobachtung, in den meisten Blogs oder Fachzeitschriften unterrepräsentiert. Dabei liefern sie rund 30 bis 45% der in Deutschland ausgesüffelten einheimischen Weine.

Hochinteressant, hier echte Perlen zu entdecken!

Allerdings bin ich derzeit in meinem Beruf als Journalist noch aktiv. Gebaut am Internet-Genossenschaftshaus wird deshalb nur langsam. Ab Frühjahr 2018 lege ich dann aber richtig los.

Zum Schluss dieses Einstiegs: In die Kategorie „Trink-Kultur“ kommt Kunst. Bilder, Skulpturen in denen es ums Bechern und Zechen geht. Ohne großen Hintergedanken, einfach nur so.

Ich freue mich auf Nachrichten, Tipps, Feedback. Mail: mvs@weine-aus.de

Danke fürs Lesen, Prost und bis bald!

Winzerkeller Hex vom Dasenstein e.G.

DIE GENOSSENSCHAFT: Winzerkeller Hex vom Dasenstein in 77876 Kappelrodeck. Mehr Infos, wenn ich vor Ort war.

PROBIERT: 2015er Hex vom Dasenstein, Qualitätswein, trockener Spätburgunder in der 0,7er Flasche.

Wie war das mit der Hexe?

Die Etikett-Hexe schwingt den Besen

Sie musste, so die Sage, in einer finsteren Berghöhle ihr Dasein fristen, weil sie – einst Burgfräulein – einen Bauernjungen nicht standesgemäß verführte und dann dabei in flagranti erwischt wurde. Dumm gelaufen. Heute verführt uns dieser Spätburgunder, bringt uns mit der Nase erstmal in Richtung Kirschbaum.

Der 2015er Spätburgunder

Denn kaum ist er mit seinem satten, dichten Rot im Glas, breitet sich im Nu ein genauso sattes, betörendes Kirscharoma aus. In die Nase geht dieser Spätburgunder richtig opulent. Schön, dass er diese Opulenz auch beim probieren halten kann. Ein voller saftiger Kirsch-Körper, trocken,  nicht süß ausgebaut. Die Säure bleibt dabei sehr im Hintergrund. Zum Schluss ein mittelkurzer Nachhall. Lang genug und das Vergnügen des nächsten Schlucks wartet. Dies wurde gesteigert mit einem reifen, beißenden Österreichischen Bergkäse. Vereint lecker und schon sind wir wieder beim Berg. Mit seinen Höhlen, samt verführerischen Hexen, die hier zum guten Wein verleiten. Hex‘ sei Dank.

www.dasenstein.de

(Ausgetrunken am 11-FEB-2017)

Winzervereinigung Freyburg-Unstrut e.G.

DIE GENOSSENSCHAFT: Winzervereinigung Freyburg-Unstrut e.G in 06632 Freyburg.  Mehr Infos, wenn ich vor Ort war.

PROBIERT:  Ein 2015er knochentrockener Grauburgunder Kabinett, kommt aus der 0,7er Flasche und endlich mal wieder ein richtiger Korken!!!

Der 2015er

Es ploppt und duftet: Nach Zitrus, Aprikose, Kräutern. Beim Probieren harmoniert die kräftige Säure mit – das Etikett prophezeit richtig – Zitrus- und Walnuss-Nuancen, sie geben diesem Wein eine kräftige Würzung. Und so trinkt er sich richtig schön weg, ein weit-überdurchschnittlicher Grauburgunder mit Tiefgang. Schade, nur am Nachhall knausert er und geht kurz unter. Das macht aber nichts. Sein voller-würziger Geschmack bleibt in guter Erinnerung und konnte mithalten bei stark gekräuterter und mit Knoblauch versehener Bruschetta unter  Parmesanraspel. Schöne Geschmäcker treffen sich am Gaumen.

Der Grauburgunder passt ideal zur würzig-kräuterigen Bruschetta

Das Etikett der Genossenschaft empfiehlt ihn hingegen zu Braten und Wild. Da geh ich nicht mit. Die schöne Bruschetta harmonierte wirklich prächtig mit diesem Grauburgunder und im Sommer kann man ihn einfach nur so als Terrassen-Wein aussüffeln und sich des Lebens freuen. Mein erster Wein aus Freyburg, seit langem. Es wird nicht der letzte sein. Kost the Ost!

www.winzervereinigung-freyburg.de

(Ausgetrunken am 10-FEB-2017)

Winzergemeinschaft Franken e.G.

Das schlichte Etikett der GWF

DIE GENOSSENSCHAFT: Winzergemeinschaft Franken e.G in 97318 Kitzingen. Mehr Infos, wenn ich vor Ort war.

PROBIERT: Der 2015er Grauer Burgunder, Kabinett, trocken im 0,7er Bocksbeutel mit Schraubverschluss. Keine Lagenbezeichnung. Auf dementsprechende Nachfrage wird schnell und freundlich von der GWF geantwortet: Er kommt vom „Maindreieck vom Muschelkalkboden“.  Im Probierglas duftet er dezent nach einem Mix aus Zitrone und diversen Kräutern. Dezent ist auch das richtige Wort für den Körper. Umspielt von mittelkräftiger Säure kommt er alles andere als plump daher, mit einem satten Schuss Zitrusgeschmack. Dieser Wein ist harmonisch, abgerundet, zeigt Charakter. Aber ohne Wucht. Zum Schluss ein leiser, nicht sehr lang anhaltender Nachhall. Auch das überzeugt und macht im Gesamtbild diesen Wein zu einer ordentlichen runden Sache. Dieser Graue Burgunder könnte gut zu gedünstetem Fischfilet passen.

www.gwf-frankenwein.de

Kellerfund: GWF-Spielzeugtruck in 1:87

(Ausgetrunken am 05-FEBR-2017)

Untersetzer aus der DDR

Wein-Untersetzer aus der DDR

Echte DDR-Trinkkultur. Fünf Filz-Untersetzer mit Weinmotiven. Meißen/Müller Thurgau, Freyburg/Silvaner , Naumburg/Riesling und Niederlößnitz/Traminer. Was man nicht alles beim Aufräumen wiederfindet. Ordentlichen Wein zu ergattern, war im Rostock der 80er Jahre richtig schwierig. Als ich 1988 in der im Keller gelegenen Weinstube Kröpeliner Straße einkehrte, gab es nur zuckersüße Plempe aus Rumänien und Gotano, das war der DDR-Wermut. Die Buddel und die Gläser standen auf diesen schönen Filzen. Letztere hab ich später dann mitgenommen.

Winzergenossenschaft Bötzingen

Grauer Burgunder 2015er

DIE GENOSSENSCHAFT: Winzergenossenschaft Bötzingen, 79268 Bötzingen (am Kaiserstuhl) — Mehr Infos, wenn ich vor Ort war.

PROBIERT: 2015er „Der Bötzinger“, Grauer Burgunder vom Kaiserstuhl. 0,7er Flasche, Schraubverschluss. Kunst auf dem Etikett: Das Riesenglas hält ein verschämt nach unten guckender Bär. So muss er nicht gucken! Strohgelb im Glas, entsteigt ein frisch-fröhliches Armoma von Zitrone und ein bisschen Kürbis. Der knochentrockene Graue Burgunder wirkt vollmundig ohne saftig daherzukommen, hat eine sehr anständige, aber nicht nervende Säure. Die harmoniert mit schönem Körper. Alles ist hier in Harmonie. Das schönste zum Schluss: Ein verdammt langer Nachhall, der gar nicht aufhören will.

Etikett mit Bär

Dieser Wein passt gut zu einem deftigen Wurstsalat. Kann aber auch zu feinem Fischfilet getrunken werden. Fazit: Immer her, mit diesem Schluck vom Bär.

www.wg-boetzingen.de

(Ausgetrunken am 03-FEB-2017)

Lauffener Weingärtner eG

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Etikett mit Dichterkopf

DIE GENOSSENSCHAFT: Lauffener Weingärtner eG in 74348 Lauffen. Mehr Infos, wenn ich vor Ort war.

PROBIERT: Ein trockener, 2014er Spätburgunder „Lauffener Katzenbeisser“, das Etikett auf der 0,7er Flasche mit dem Schraubverschluss ziert das Bild von Dichter Wilhelm Hauff. Der erfand die berühmte Geschichte „Der kleine Muck“. Unterm Strich die Empfehlung, sich nicht mit dem augenscheinlichen abzugeben, sondern im Leben lieber in die Tiefe gehen. Das lohnt auch hier.  In die Nase steigt ein gewaltiger Duft nach Pflaume und Kirsche. Verhaltene Säure ummantelt einen ordentlichen Körper, der mit der interessanten Geschmacks-Mischung „Kirsche und Spekulatius und ein bisschen Zimt“ kräftig punktet. Süffig, kräftig, ausgewogen, man schmeckt den Ausbau im Holzfass. Mittellanger Nachhall vollendet das sehr ordentliche Gesamtbild. Passt zu Braten und Steaks. Literarisch: Ein guter Schluck vom Kleinen Muck!

www.wg-lauffen.de

(Ausgetrunken am 11-DEZ-2016)

Winzergenossenschaft Wolfenweiler eG

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Etikett des Schwarzen Wolfs
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Sattes Rot in der Karaffe

DIE GENOSSENSCHAFT: Wolfenweiler eG in  79227 Schallstadt-Wolfenweiler. Mehr Infos, wenn ich vor Ort war.

PROBIERT: 2014er Spätburgunder trocken, Wolfenweiler Batzenberg „Schwarzer Wolf“. Erzeuger: Winzergenossenschaft Wolfenweiler eG. Kirschrot im Glas und in die Nase steigen starke Sauerkirscharomen. Kräftige Säure umgibt einen nur leichten Körper, ein am Gaumen nach Sauerkirsch und Kräutern schmeckender typischer Spätburgunder. Viel Biss entwickelt dieser „Wolf“ dabei nicht, trotz eines ordentlich langen Abgangs bleibt der Wolf ein freundlicher, unkomplizierter Wein, zu dem ein Käseteller passt.

www.wg-wolfenweiler.de

(Ausgetrunken am 18-NOV-2016)